Langenberg, Ziegelei Beine

Ziegeleistraße, 33449 Langenberg

Betriebsdauer
1875-1952

Bahnbetrieb

Feldbahn (600 mm)
Hand- und Pferdebetrieb

bis 1952


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Die Langenberger Ziegelei lag im Südwesten des Ortes, südlich der heutigen Ziegeleistraße – etwa dort, wo heute der Lärchenweg abzweigt. Die Gründung des Betriebes ist ziemlich genau zu datieren, denn im September 1875 verpachtete der Langenberger Landwirt Lappmann genannt Schürmann mehrere Grundstücke an den Ziegelmeister Fritz Kemper aus dem lippischen Meinberg, der hier eine Ziegelei errichten wollte. Schon im folgenden Februar zog Kemper sich aber aus dem Vorhaben zurück, an seiner Stelle trat sein Mitarbeiter Anton Beine (1832–1897) in den Vertrag ein, der ebenfalls gelernter Ziegler war. Beine war in Hakedahl (heute Stadt Detmold) geboren, wohnte wie Kemper aber in Meinberg. Ab 1876 erfolgte der Bau einer Ziegelei, der Zeitpunkt der Inbetriebnahme ist nicht bekannt. Errichtet wurden zwei Kammeröfen, die abwechselnd betrieben wurden und jeweils 17.000 Ziegel fassten.

Für den Tonabbau wurden umliegende Flächen gepachtet oder gekauft, insbesondere im Süden der Ziegelei bis hin zum heute noch bestehenden Wäldchen südlich der Lärchenstraße. Die für den Tontransport angeschafften Loren wurden zunächst von Hand verschoben, später von Pferden.

Anton Beine war einer jener lippischen Ziegler, die sich in der Fremde eine neue Existenz aufbauten – so wie der Ziegler Müller in Delbrück, die Familie Meise in Marienloh oder die Töpkers in Salzkotten. Sie nahmen in Kauf, nicht selten für mehrere Jahrzehnte die einzigen Protestanten im Ort und damit nur bedingt akzeptiert zu sein. In Langenberg kamen erst 1945 durch die Flüchtlinge in größerer Zahl Evangelische in den Ort, die Familie Beine engagierte sich in den folgenden Jahren stark beim Aufbau einer Gemeinde und bei der Errichtung einer Kirche.

1895 übergab Anton Beine seinen Grundbesitz – das von ihm errichtete Wohnhaus stand an der Stelle des heutigen Gebäudes Ziegelstraße 13 – und seine Ziegelei an seine beiden Söhne August Beine (1863–1942) und Karl Beine (1866–1949). Nach deren Tod gehörte das Unternehmen einer Erbengemeinschaft, die Betriebsführung besorgte der gelernte Tischler Friederich ("Fritz") Beine (1908–1957), der jüngste Sohn von August Beine. Von 1905 bis 1930 firmierte das Unternehmen als „Gebr. August & Carl Beine“, 1953 als „Gebr. Beine“. 1905 war bereits eine Dampfmaschine als Antrieb der Presse und sonstigen Maschinen vorhanden, später wurde mit einem eigenen Generator Strom erzeugt, was den Antrieb der Maschinen erleichterte. Die fertigen Steine wurden von Paul Beine, einem der Söhne von August Beine, mit dem Pferdefuhrwerk an die umliegenden Baustellen geliefert. Im Februar 1952 wurden letztmalig Steine gebrannt, dann musste der Betrieb mangels geeigneter Tonvorkommen eingestellt werden. (Text: Burkhard Beyer).


Literatur und Quellen



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