Bielefelder Hartsteinwerke: Die Sandgrube am Senner Hellweg in Bildern


Die Bielefelder Hartsteinwerke (dort Informationen zur Werksgeschichte und Fahrzeugen) betrieben von 1953-1972 eine Sandgrube am "Senner Hellweg" in Bielefeld-Brackwede. Die folgenden Bilder aus dem Archiv von W.D. Hassler zeigen den Aufschluss und Betrieb der Sandgrube. In den Nachkriegsjahren war der Bedarf an Steinen für den Wiederaufbau von Bielefeld und für den Wohnungsneubau immens. Da die Sandgrube direkt am Werk in Brackwede erschöpft war und nicht erweitert werden konnte, wurde im Winter 1951/2 eine neue Sandgrube am Senner Hellweg erschlossen. Die Grube lag nahe der heutigen Autobahnabfahrt Bielefeld – Sennestadt.

Bild 1: Im Winter 1951 begannen die Erschließungsarbeiten mit dem Bau einer Strasse zur späteren Sandgrube (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 2: Die Firma August Quakernack aus Brackwede war mit einem Bagger des Herstellers "WILHAG" (Wilhelm Hagenkamp KG, Langenfeld) angerückt und hob das Fundament für den Sandbunker aus (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 3: Natürlich wurden für den Bau des Sandbunkers Kalksandseite aus der eigenen Herstellung verbaut … (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 4: im Sommer 1952 wurden die beiden Vorratsbehälter angeliefert und mit einem einfachen Holzkran auf das Fundament gesetzt (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 5: Einige Wochen später war auch die Entladebrücke für die Loren aus Beton gegossen und dann strahlend weiss angestrichen worden. Unter der Brücke eine provisorische Abstellanlage für den Fuhrpark der Mitarbeiter (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 6: Der Entladebunker noch einmal in voller Schönheit. Auf der Entladebrücke steht bereits ein beladener 8-Loren-Zug (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 7: Nicht nur die Fahrräder der Mitarbeiter, auch die Feldbahnloks bekamen am Senner Hellweg eine komfortable Unterstellmöglichkeit: Neben dem Sandbunker war ein Lokschuppen errichtet worden, in dem mindestens zwei DEUTZ-Loks trocken stehen konnten. Edel, nicht wahr? (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 8: Im Sommer 1953 geht der Blick vom Sandbunker in Richtung Norden zum Bergkamm des Teutoburger Waldes, rechts vom Bild verläuft die Autobahn und überquert den Bielefelder Berg. Auf der Fläche werden gerade Gleise verschoben, den genauen Grund für den Umbau habe ich nicht herausfinden können. Die eigentliche Grube wurde etwas entfernt erschlossen, in etwa da, wo der kleine Sandhaufen am Waldrand zu sehen ist (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 9: Die nächste Bildsequenz zeigt die Mitarbeiter beim Gleisbau der Strecke zur Sandgrube: Zunächst das Arbeitsgerät, eine Menck / Hanomag – Planierraupe (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 10: Mit der Raupe konnte man die Trasse planieren und gleichzeitig die Gleisjoche heranschaffen (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 11: Noch einmal die Gleisbaurotte – der Mitarbeiter im Hintergrund arbeitet schon oberkörperfrei (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 12: Der Mitarbeiter im langen Mantel ist auf einigen Bildern abgebildet - vornehmlich als Zuschauer oder als Vorarbeiter. Links im Bild ist die L788 (Osningstrasse) zu sehen (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 13: mit einer Handwinde werden die Gleise angehoben und dann mit Sand unterfüttert und ausgerichtet. Im Hintergrund ist der Sandbunker zu sehen, links im Bild wieder der aufmerksame Mitarbeiter … (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 14: Im Sommer 1953 hatte der Abbau mit Bagger in der Grube bereits begonnen (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 15: der Bagger noch einmal – kann jemand den Typ bestimmen? (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 16: Auf dieser Aufnahme aus dem Sommer 1953 ist die Mächtigkeit des Sandvorkommens zu sehen (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 17: Hier ist die Beladestelle der Feldbahn zu sehen – leider ohne Zug und nicht ganz so nobel ausgestattet wie der Sandbunker am Grubeneingang. Der Bagger wurde von "BÜNGER" (Eduard Bünger KG, Düsseldorf) hergestellt. Der Sand stammt von dem Meeresstrand, der in Urzeiten mal am Teutoburger Wald verlief. Als Kind habe ich gerne in solchem Sand gespielt – er ist fein und rein wie am Meer … (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 18: Aus dem Archiv der Bielefelder Hartsteinwerke stammt diese Aufnahme von Lok DEUTZ 11853 am Sandbunker. Unter der Lore links neben der Lok wurde wahrscheinlich der Bremssand für die Lok getrocknet und war so schnell griffbereit (Foto: Archiv W.D. Hassler).

Bild 19: Im Mai 1968 fotografierte Helmut Beyer Lok DEUTZ 11853 während der Wochenendruhe vor dem Lokschuppen. Das Zufahrtsgleis war schon gefährlich eingesackt. Der Führerstand ist nachträglich mit Blechttüren verschlossen worden und mit Vorhängeschloss gegen böse Buben gesichert – echt Werksbahn! (Foto: Helmut Beyer).

Bild 20: Die Lok DEUTZ 11853 noch einmal von der Seite. Nach der Stillegung der Sandgrube im Jahr 1972 gelangte die Lok zur Dampfkleinbahn Mühlenstroth (Foto: Helmut Beyer).

Bild 21: Am 12. September 1976 fotografierte Richard Schulz die Lok DEUTZ 11853 im benachbarten Mühlenstroth: Dort wurde die Holztür entfernt und das kleine (aber klassische) DEUTZ-Fenster des Führerstandes gegen zwei „richtige“ Fenster getauscht und die Lok mit einer Lok-Pfeife vervollständigt. Leider verhinderte die Zuleitung zur Pfeife durch die Fensteröffnung dann das Einsetzen der Fenster … 1988 wurde dann noch der Motor von einem 2-Zylinder auf einen 3-Zylinder getauscht. Seit 1997 ist sie als Leihgabe bei Rijssnens Leemspoor in den Niederlanden und steht sich dort die Radreifen platt (Foto: Richard Schulz, Archiv Christoph und Burkhard Beyer).

Bild 22: Im Mai 1968 stand neben dem Lokschuppen die zweite Einsatzlok der Sandgrube, die Lok DEUTZ 46435, die über Klöckner & Co, Duisburg zunächst nach Wülfrath geliefert wurde und später nach Bielefeld kam. Rolf Reckers hat die Lok 1971 noch abgestellt gesehen – danach verliert sich ihre Spur (Foto: Helmut Beyer).

Bild 23: Lok DEUTZ 46435, nun mit Blick auf den Lokschuppen. Von Lok DEUTZ 11853 unterscheidet sich die Lok äußerlich durch die Befestigung der Gewichte und das große Bullaugen-Fenster (Foto: Helmut Beyer).

Der Betrieb wurde im Sommer 1972 stillgelegt und das Gelände von der Stadt Bielefeld als Mülldeponie übernommen. Alle Gebäude und Anlagen wurden zügig abgerissen. An der Stelle des Lokschuppens steht heute (bei etwa gleichem Grundriss) eine neu gebaute Halle des benachbarten Reiterhofes Vogel - der Ladebunker ist verschwunden, an der Stelle befindet sich eine Mistkuhle des Pferdehofes.

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