Westfälische Zeitung vom 1. Juni 1956



Letztes Lebewohl an die Kreisbahn

Stillegung zum 1. August - Verhandlungen mit den Stadtwerken

Wie auf der Sitzung des Kreistages mitgeteilt wurde, stellt mit der Stillegung auch des Güterverkehrs auf der Strecke Bielefeld - Werther die Bielefelder Kreisbahn zum 1. August ihren Betrieb endgültig ein. Verhandlungen mit der Stadt Werther und der dort ansässigen Industrie über eine Fortführung blieben in bislang unerfüllten Versprechungen stecken. Der Kreis sieht daher keine Möglichkeit, weiterhin einen jährlichen Zuschuß von 100 000 Mark zu übernehmen.
Inzwischen schweben, wie Landrat Specht mitteilte, Verhandlungen mit den Bielefelder Stadtwerken über eine Übernahme der Teilstrecke Bielefeld - Jöllenbeck.
Das Schicksal der übrigen Trassen ist noch völlig ungewiß. Vorerst trägt man sich mit der Absicht, den Bahnkörper nach Abbau der Gleisanlagen teils zu bepflanzen, teils in Fußgänger- und Radfahrwege umzugestalten.
Der Kreistag verabschiedete (zum letztenmal) den Wirtschaftsplan der Bielefelder Kreisbahnen für das Rechnungsjahr 1956. Weiter erteilte er nachträglich seine Genehmigung zu der Umwandlung der seinerzeit in Höhe von 135 322 Mark gewährten Betriebsvorschüsse in Darlehen an die Kreisbahn. Dabei erklärte er sich mit der Erhöhung des Zinssatzes von vier auf sechs Prozent einverstanden.
-rs-



Wiedergabe des Artikels aus der "Westfälischen Zeitung"
mit freundlicher Genehmigung der Zeitung NEUE WESTFÄLISCHE


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