Übersicht Ziegeleien

Die lehmigen Böden in Ostwestfalen liefern an vielen Orten das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Ziegeln. Bis ins 20. Jahrhundert wurden die Ziegel unter freiem Himmel als "Feldbrand" hergestellt. Vor der Jahrhundertwende entstanden in der Region viele Ziegeleien, die eine gleichbleibende Qualität in hoher Stückzahl liefern konnten.

In den meisten Ziegeleien kamen Feldbahnen zum Einsatz. In der Regel befand sich die Lehmgrube direkt neben der Ziegelei und war über Feldbahngleise mit dem Werk verbunden. Der Lehm wurde mit Loren ins Werk gebracht und dabei zunächst von Pferden gezogen. Ab den 30er Jahren modernisierten einige Ziegeleien den Betrieb und schafften Diesellokomotiven an. In den 70er und 80er Jahren endete der Feldbahnbetrieb in Ostwestfalen - LKWs übernahmen den Transport aus den Gruben.

Die letzte Ziegelei mit Feldbahnbetrieb ist die Dachkeramik Meyer-Holsen GmbH in Hüllhorst.

Das Hauptaugenmerk dieser Seite gilt den Ziegeleien, bei denen Feldbahnen zum Einsatz kamen. Bei der Suche nach diesen Feldbahnen sind wir auf eine Vielzahl von Ziegeleien gestossen. Der Buchtitel "Ziegeleien überall" trifft die Lage recht gut.

Ausgangspunkt unserer Nachforschungen waren zunächst die Ziegeleien, die wir selbst noch im Betrieb gesehen haben. Von da aus haben wir nach weiteren Ziegeleien Ausschau gehalten. Der erste Spur waren alte Landkarten, auf denen eine grosse Zahl von Ziegeleien zu finden ist. Häufig sind auf den Karten auch die Feldbahnstrecken grob eingezeichnet.

Für die weitere Suche waren Adressbücher und Branchenverzeichnisse hilfreich, dazu kam heimatgeschichtliche Literatur und Lieferverzeichnisse von Herstellern von Feldbahnlokomotiven. Nicht ausgewertet haben wir bisher die Unterlagen der preußischen Gewerbeaufsicht - seit 1845 galt in Preußen eine Gewerbeordnung, nach der alle Ziegeleien genehmigt und der Gewerbeaufsicht gemeldet werden mussten.

Bei unserer Suche sind wir immer wieder auf folgende Besonderheiten gestoßen:
  • Bis zur Jahrhundertwende konnten nur in den warmen Sommermonaten Ziegel gebrannt werden, danach lagen die Ziegeleien mehrere Monate still. In wirtschaftlichen Krisenzeiten ruhte die Produktion auch schon mal über mehrere Jahre, die Betriebe fehlen dann in den Verzeichnissen.

  • Eine weitere Unsicherheit ergibt sich aus der Verpachtung der Gebäude und Tongruben. Einige Ziegeleien wurden an wechselnde Pächter vermietet und werden dann unter verschiedenen Namen aufgeführt.

  • Eine Reihe von Ziegleien sind aus Baugeschäften hervorgegangen und wurden erst später aus ihnen herausgelöst. Auch hier änderten sich bisweilen die Namen von laufenden Betrieben.
Für eine bessere Übersicht haben wir die Ziegeleien nach den 7 heutigen Kreisen aufgeteilt. So ist es auch möglich, regional zu suchen.

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