Mindener Kreisbahnen


Kurz nach der Verabschiedung des preussischen Kleinbahngesetzes im Jahr 1892 begannen im Landkreis Minden die Planungen für ein Netz von schmalspurigen Strecken. Mit ihnen sollte der ländlich geprägte Kreis Minden erschlossen werden. Neben den landwirtschaftlichen Transportgütern sollten Ziegeleien, Kohlezechen und Erzgruben für den nötigen Verkehr sorgen.

1898 - 1921: Der Ausbau des Streckennetzes

Schon im Jahr 1898 konnte die erste Strecke (Minden - Uchte, 30 km) eröffnet werden. Dort bestand Anschluss an die Strecke Uchte - Wunstorf der Steinhuder Meer-Bahn. 1902 wurde ein Stichgleis zum Staastbahnhof in Minden eröffnet, um den Fahrgästen das Umsteigen zu erleichtern. Es folgte die Strecke Minden - Eickhorst (1903), die 1907 bis Lübbecke verlängert wurde (27 km). 1915 wurde die Strecke nach Wegholm (10 km) eröffnet, bis 1921 kam die Strecke Minden - Kleinenbremen dazu (14 km). Dazu kamen bis 1916 in Minden umfangreiche regelspurige Gleisanlagen, um den Hafen anzuschliessen. Eher kurios war der Bau der regelspurigen Strecke, die in Notthorn von der Kleinenbremer Strecke nach Bückeburg abzweigte. Sie wurde schon 1922 wieder stillgelegt und abgebaut.

1924 - 1957: Umspurung des Betriebes auf Regelspur

In den 20er Jahren gab es erste Überlegungen, Strecken auf Regelspur umzustellen. Die Strecke zur Kohlenzeche in Meißen wurde 1924 mit einem dritten Gleis versehen - nun konnten die Kohletransporte ohne Umladen direkt abgefahren werden. Bis 1936 wurden die Strecken nach Petershagen und Kleinenbremen ebenfalls auf Dreischienengleis umgestellt. In diesen Jahren standen schmalspurige und regelspurige Fahrzeuge bei der MKB nebeneinander in Betrieb. Von 1949 - 1957 wurde das restliche Streckennetz auf Regelspur umgebaut - der Schmalspurbetrieb endete im Jahr 1957.


Triebwagen T7 an der Haltestelle Morhoff (21.09.1968, Foto: Helmut Beyer)

1959 - 1974: Einstellung des Personenverkehrs und Rückbau des Streckennetzes

In den folgenden Jahren zog sich die MKB schrittweise aus dem Schienenpersonenverkehr zurück: 1959 wurde der bedeutungslose Personenverkehr nach Wegholm eingestellt - 1962 die Strecke nach Kleinenbremen dem Güterverkehr überlassen. Der restliche Personenverkehr wurde Anfang der 70er Jahre eingestellt, zuletzt der Schülerverkehr auf der Strecke Minden - Hille (1974).

In den folgenden Jahren wurde das Streckennetz zurückgebaut: 1974 wurde die Strecke Hille - Lübbecke stillgelegt, 1975 verschwand die Stchstrecke nach Wegholm. Die Uchter Strecke wurde zwischen 1977 und 2007 schrittweise stillgelegt und zurückgebaut. Zur Zeit besteht das Streckennetz nur noch aus den Strecken Minden - Kleinenbremen und Minden - Hille.

In den 70er Jahren entstanden neue Verkehrsangebote: Aus den überzähligen Personenwagen wurde der "Bier-Express" umgebaut und über viele Jahre betrieben. Im Jahr 1977 wird der Verein "MEM - Museumseisenbahn Minden" gegründet, der auf den verbliebenen Strecken der Mindener Kreisbahnen Sonderfahrten durchführt. Er hat seinen Sitz mit Lokschuppen und Werkstatt im Bahnhof Minden Oberstadt.

1978: Umwandlung der Mindener Kreisbahnen in eine eigenständige GmbH

Die kreiseigenen Mindener Kreisbahnen wurden 1978 in die "mkb - Mindener Kreisbahnen GmbH" umgewandelt. Im Bahnhof Friedrich-Wilhelm-Str. entstand darauf der neue Betriebsmittelpunkt der Bahn mit Verwaltungsgebäude, Werkstatt und Abstellflächen. 1988 wurde die Tochtergesellschaft "Besucher-Bergwerk Kleinenbremen GmbH" gegründet.

Die aktuelle Entwicklung

In den folgenden Jahren ist es der mkb gelungen, neue Kunden im Schienenverkehr zu gewinnen: Mit der Mindener Lagerhausgesellschaft (MILAG) hat sich am Hafen in Hille ein treuer Kunde entwickelt, dazu kommen die Anschliesser im Stadtgebiet und Hafenbereich von Minden. Der Verkehr zur Erzgrube Nammen wurde 1994 aufgegeben und 2008 wieder eröffnet. 1997 gelang es der mkb, mit dem Kohletransport zum Gemeinschaftskraftwerk Veltheim auch ausserhalb ihres Streckennetzes Verkehre zu übernehmen (2006 an Railion abgegeben). Seit November 2006 fährt die mkb zwischen Minden-Hahlen und Stadthagen für die Firma Berentzen. Gleichzeitig wurde der Fahrzeugpark auf wenige leistungsstarke Lokomotiven reduziert, die bei Bedarf um Mietloks ergänzt werden.


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